Gleichzeitig versteht sich diese Setzung nicht als Widerlegung des Winters. Das Grau, die Einsamkeit, die Ruhe, das Verschlafene und Trübe haben ihre eigene Berechtigung — eine Stimmung, die nicht „repariert“ werden muss. Gerade im Kontrast dazu kann die Intervention ein neues Licht auf das Vorhandene werfen: Sie macht sichtbar, wie fein Nuancen von Atmosphäre kippen können, wie wenig es manchmal braucht, um Wahrnehmung zu verschieben, und wie viel im Winter bereits angelegt ist, bevor überhaupt „Sonne“ hinzukommt.
„Winter Sun“ bewegt sich zwischen Dokumentation und Inszenierung und fragt, wie sehr unsere Wahrnehmung von Stadt, Ort und Zeit durch Licht, Erinnerung und Sehnsucht geprägt ist. (to be continued)
Fotografiert auf der Donauinsel und am Kahlenberg in Wien.