Winter

Sun

Winter in Wien ist oft ein Zustand: Wochenlang liegt die Stadt unter einer gleichförmigen grauen Decke, als wäre ihr die Farbe entzogen. In einem solchen Winter entstand „Winter Sun“ — aus einem bewusst egoistischen Impuls heraus: Orte, die ich sonst mit Sommer, Leichtigkeit und Wärme verbinde, sollten auch im Winter wieder leuchten. 

 

Für die Serie reise ich mit einem akkubetriebenen Studioblitz an meine sommerlichen Lieblingsplätze. Dort setze ich ein warmes, sonnenähnliches Licht in die trübe Landschaft — nicht als Trick, sondern als Intervention. Das künstliche Licht wird zur Erinnerungshilfe: Es ruft die Vorstellung der „wonnigen Stunden“ auf, die diesen Orten eingeschrieben sind, und legt sie wie eine zweite Zeit-Schicht über den winterlichen Zustand der Stadt.

Gleichzeitig versteht sich diese Setzung nicht als Widerlegung des Winters. Das Grau, die Einsamkeit, die Ruhe, das Verschlafene und Trübe haben ihre eigene Berechtigung — eine Stimmung, die nicht „repariert“ werden muss. Gerade im Kontrast dazu kann die Intervention ein neues Licht auf das Vorhandene werfen: Sie macht sichtbar, wie fein Nuancen von Atmosphäre kippen können, wie wenig es manchmal braucht, um Wahrnehmung zu verschieben, und wie viel im Winter bereits angelegt ist, bevor überhaupt „Sonne“ hinzukommt.

 

„Winter Sun“ bewegt sich zwischen Dokumentation und Inszenierung und fragt, wie sehr unsere Wahrnehmung von Stadt, Ort und Zeit durch Licht, Erinnerung und Sehnsucht geprägt ist. (to be continued)

 

Fotografiert auf der Donauinsel und am Kahlenberg in Wien.

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